Nachruf für Klaus Boos

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Zum Ableben von Klaus Boos - Ein Kämpferherz schlägt nicht mehr

Klaus BoosROSTOCK. Unendliche Traurigkeit herrscht in der großen Handball-Gemeinde des SV Warnemünde und weit darüber hinaus. Am 9. März verstarb der langjährige Spieler, Trainer und Funktionär Klaus Boos (geboren am 14. Oktober 1951). Die Gedanken der Warnemünder Sportler sind in dieser schweren Stunde auch bei seinen drei Kindern Beatrix, Patrik und Christina sowie bei allen anderen Hinterbliebenen aus der Familie. Nach langer schwerer Krankheit nahm ihm der heimtückische Coronavirus zunächst die Luft zum selbständigen Atmen und dann ganz das Leben.

Sportinteressiert war Klausa Boos schon als kleiner Junge, jagte dem Ball nach, tobte mit Altersgenossen durch Warnemünde. Aber erst mit zehn Jahren kam er zum organisierten Sport und wurde Mitglied der Sektion Turnen/Gymnastik der damaligen BSG Motor Warnowwerft im Ostseebad. Er machte als Kind zwischen 1961 und 1963 bei den Turnern am Barren, Reck, Bock und auch auf der Bodenmatte keine schlechte Figur. Es war ihm aber „alles zu sehr diszipliniert und geregelt“. Als Zwölfjähriger zog es ihn zum Handball. Er lernte schnell mit dem kleinen runden Leder umzugehen. Und bis zu seinem Tode, immerhin fast 60 Jahre, hielt er dem Verein an der Warnowmündung unter dem Motto „Einmal Rotweiß, immer Rotweiß“ die Treue. Hier durchlief Klaus Boos sportlich die Teams von den Schülern bis zu den alten Herren. Mit zunehmenden Alter übernahm der gelernte Eisenbahn-Schlosser und Bahnbetriebsmeister auch ehrenamtliche Aufgaben für seinen Sport, wurde Übungsleiter und lizenzierter Trainer, stand später sogar über viele Jahre der Handball-Abteilung des SV Warnemünde vor und war bis 2017 noch deren Spielwart.

Nach der Wende musste der Verstorbene viele persönliche und auch berufliche Rückschläge hinnehmen. Aber immer waren es sein starker Willen und auch der Sport, die über alles hinweghalfen. Neben dem Engagement im Handball trug er viele Jahre auch hauptamtlich in der Leitung der Geschäftsstelle des mehr 1.000 Mitglieder umfassenden Vereins zu deren guten Entwicklung nach der Wiedervereinigung bei. Und jeder, der als Gast am international bekannten Warnemünde-Cup teilnahm, kannte Klaus Boos als Organisator und Helfer für alle damit verbundenen Fragen. Er machte aus seinem Wirken nie ein großes Aufsehen: „Das war und ist ein Leben wie bei vielen anderen meiner Generation. Wir wollen Sport treiben und packen immer dafür an“, sagte er einmal.

In den letzten Jahren lebte er in einen Seniorenheim in Oyten bei Bremen in der Nähe seiner jüngsten Tochter Christina. Bevor Klaus Boos starb äußerte er einmal zwei Wünsche, die er sich noch erfüllen wollte. Zum einen wollte er im Oktober seinen 70. Geburtstag feiern und zum anderen noch einmal einen Handballtag seines SV Warnemünde in der Halle am Gerüstbauerring in Groß Klein erleben. Beides verhindert sein viel zu früher Tod.
Klaus-Peter Kudruhs